Bisher ergab sich aus der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung lediglich die Pflicht für Arbeitgeber, seinen Mitarbeitern nach Möglichkeit Homeoffice zu ermöglichen. Inwieweit die Homeoffice-Pflicht in den Unternehmen tatsächlich umgesetzt wurde, lässt sich letztlich kaum klären. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz, das am 21.04.2021 verabschiedet wurde, gilt nun eine erweiterte Homeoffice Pflicht.

Homeoffice-Pflicht: Angebot des Arbeitgebers erforderlich

Unternehmer, deren Beschäftigte Büroarbeit oder vergleichbare Tätigkeiten ausführen, sollen jedem das Angebot von Homeoffice unterbreiten. Nun wird diese Pflicht noch weiter gefasst: Nur wenn zwingende betriebliche Gründe vorliegen, darf der Arbeitgeber vom Homeoffice-Angebot absehen. Das wären etwa eine fehlende IT-Infrastruktur. Wenn beispielsweise Daten lokal auf einem Rechner gespeichert werden, auf den nicht durch eine sichere VPN Verbindung zugegriffen werden kann, ist die Arbeit von zuhause aus nicht möglich. Auch in Fällen, in denen der Mitarbeiter bestimmte Arbeitsmittel benötigt, die er zuhause nicht nach den Standards der Arbeitssicherheit einsetzen kann, muss das Angebot nicht erfolgen.

Wichtig: Halten Sie alle Regelungen zum Homeoffice vertraglich fest. Auch die Übergabe von Arbeitsmitteln an den Arbeitnehmer. Nutzen Sie hierfür am besten Vorlagen zur Regelung des Homeoffice.

Annahmepflicht für Arbeitnehmer

Die entscheidende Neuerung ergibt sich für Arbeitnehmer. Bisher durften diese das Angebot des Arbeitgebers ohne nähere Begründung ablehnen. Nun ist es so, dass jeder Beschäftigte ein entsprechendes Angebot seines Chefs annehmen muss. Möchte er dies nicht tun, muss er nachvollziehbare Gründe dafür nennen. In welcher Form diese Begründung erfolgen muss, ist nicht genau geregelt. Es empfiehlt sich aber, die Ablehnung schriftlich zu formulieren. Wenn der Arbeitnehmer das Angebot annimmt, sollte der Arbeitsvertrag entsprechend ergänzt werden. Regeln Sie die Einzelheiten des Homeoffice vertraglich.

Diese Ablehnungsgründe können vorgebracht werden

Nicht für jeden Mitarbeiter ist die Homeoffice-Pflicht ein Grund zur Freude. Und für viele ist die Arbeit zuhause schlicht nicht möglich, aufgrund der räumlichen Situation. Man darf daher einwenden, dass aufgrund unzureichender Ausstattung, räumlicher Enge oder auch Störungen durch Dritte die Heimarbeit nicht geleistet werden kann.