Mit einer Generalvollmacht ist der Bevollmächtigte grundsätzlich nämlich berechtigt, für den Vollmachtgeber in fast allen Lebensbereichen vollumfänglich und zu jeder Zeit zu handeln. Auf beruflicher Ebene kann sie mit einer Prokura verglichen werden.

Wer jemandem eine Generalvollmacht erteilen will, sollte sich daher umfänglich informieren.

Beschränkung auf einzelne Bereiche

In Deutschland sind selbst Ihre nächsten Angehörigen nicht von Gesetzes wegen dazu bevollmächtigt rechtswirksame Erklärungen für Sie abzugeben. Wenn Sie Ihren Ehepartner, Geschwister, Kinder, Nichten & Neffen oder langjährige Freunde als Generalbevollmächtigte einsetzen möchten, dann sollten Sie dies schriftlich formulieren.

Bezüglich der Aufgabengebiete hat der Vollmachtgeber freie Hand. Sie oder er kann auch eine Generalvollmacht auf einzelne Bereiche beschränken, etwa Gesundheit, Vermögen und Finanzen oder Wohnungsangelegenheiten. Im Gegensatz dazu gibt es auch eine „Vertretung in allen Angelegenheiten“. Beachten Sie jedoch, dass diese so allumfassend scheinende Bezeichnung einige Ereignisse nicht abdeckt.

Ausdrückliche Zustimmung in bestimmten Fragen erforderlich

Dazu zählt eine Zustimmung zur Operation bei Lebensgefahr, Einwilligung in freiheitsentziehende Maßnahmen wie geschlossene Unterbringung, Bettgitter oder Zwangsmedikation und auch die Zustimmung zur Organspende. Diese Art von Verfügungen sind generell in der Vorsorgevollmacht zu regeln. Während eine Generalvollmacht nämlich in der Regel ab sofort gilt, darf die Vorsorgevollmacht erst benutzt werden, wenn der Vollmachtgeber selbst nicht mehr handeln kann. Lesen Sie hier alles zum Thema Vorsorgevollmacht.

Generalvollmacht gilt sofort

Eine Generalvollmacht kann nur eine Person ausstellen, die voll geschäftsfähig ist. Im Gegensatz etwa zur Vorsorgevollmacht ist sie zu jedem Zeitpunkt wirksam. Sie greift zum Beispiel auch dann, wenn der Vollmachtgeber im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist und seine Angelegenheiten prinzipiell selbst regeln könnte. Ein besonderes Formular muss oder eine standardisierte Form müssen Sie nicht zwingend benutzen. Eine Generalvollmacht Vorlage verhindert aber, dass Sie wichtige Punkte übersehen. Fassen Sie die Vollmacht schriftlich ab. Versehen Sie sie mit und mit Ort, Datum sowie eigenhändiger Unterschrift.

Vollmacht über den Tod hinaus

Sachverständige weisen stets darauf hin, dass man Generalvollmachten an Bedingungen koppeln kann. Beispielsweise können Sie darin festlegen, dass der eingesetzte Vertreter erst dann handeln darf, wenn die vollmachtgebende Person geschäftsunfähig ist. In dem Fall spricht man von einer Vorsorgevollmacht. Sie können die Gültigkeit über den Tod hinaus fixieren. In der Regel ist dies in einer Generalvollmacht Vorlage auch so vorgesehen. Denn der Dritte, dem die Vollmacht vorgelegt wird, hat ja keine Möglichkeit zu prüfen, ob der Vollmachtgeber noch am Leben ist. Sofort nach Unterschrift tritt die Generalvollmacht in Kraft. Sie gilt solange, bis der Vollmachtgeber sie widerruft.

Die Vollmacht sollte an einem sicheren Ort aufbewahrt werden

In der Regel stellt man eine Generalvollmacht aus, wenn man selbst für längere Zeit daran gehindert ist, seine Angelegenheiten wahrzunehmen. Der typische Fall wäre ein Auslandsaufenthalt. Man stellt der Vertrauensperson eine Generalvollmacht aus, damit sie beispielsweise behördliche Angelegenheiten schnell regeln kann. Übergeben Sie in solchen Fällen das Original oder eine notarielle Ausfertigung direkt. Falls Sie die Generalvollmacht noch nicht benötigen, sollten Sie sie an einem sicheren Ort aufzubewahren. Informieren Sie gleichzeitig den Bevollmächtigten über den Aufbewahrungsort.