Die Corona-Krise ist in vielen Fällen ein zusätzlicher Auslöser für Erkrankungen. Nicht selten sind Depressionen dann die Ursache dafür, dass der Arbeitnehmer nicht mehr dazu in der Lage ist, die gewohnte Leistung zu erbringen. Der Schritt zur Eigenkündigung wegen Krankheit sollte allerdings gut überlegt sein. 

Krankschreibung vor Eigenkündigung

Mit dem Gefühl, den Erwartungen im Job nicht mehr entsprechen zu können, werden die meisten Menschen an einem Punkt in Ihrem Leben konfrontiert. Wer allerdings an einer Depression erkrankt ist, ist aufgrund des Krankheitsbildes oft dazu geneigt, von sich aus die Kündigung einzureichen. Ob aus Scham vor Vorgesetzten oder Kollegen oder aus Furcht vor Personalgesprächen verzichtet man dann auf eine Krankschreibung und entzieht sich lieber der Situation. Die Folge ist, dass der Arbeitnehmer dann selbst die Kündigung einreicht. Das ist aber in der Regel eine Lösung, die nur für dem Arbeitgeber Vorteile bringt. Jedenfalls dann, wenn man das Kündigungsschutzgesetz für das Arbeitsverhältnis anwenden kann. Denn bevor der Arbeitgeber von sich aus eine Kündigung wegen einer psychischen oder physischen Krankheit aussprechen kann, muss er einen langen Weg gehen.

Abfindung bei Eigenkündigung?

Bei einer arbeitgeberseitigen Kündigung wegen Krankheit ergibt sich fast immer eine Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes. Denn gerade bei Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen ist es schwierig die sogenannte „Negativprognose“ zu erstellen. Ein Gutachter müsste zweifelsfrei feststellen, dass auch eine längere Behandlung keine Aussicht auf Besserungen bei Arbeitnehmer bringen würde. Auch muss das Unternehmen darlegen, dass es für den Mitarbeiter keinen anderen Arbeitsbereich gibt. Wenn Sie eine Eigenkündigung wegen Depressionen einreichen, spart sich der Arbeitgeber diesen Aufwand. Darüber hinaus spart er auch die Abfindung. Der Arbeitnehmer verzichtet freiwillig auf seine Rechte aus dem Kündigungsschutzgesetz. Und er riskiert weitere Nachteile.

Sperrzeit wegen Eigenkündigung

Wer aus gesundheitlichen Gründen kündigt, handelt oft „im Affekt“ aus Verzweiflung, ohne über die Konsequenzen nachzudenken. Wer nach den Kündigung auf ALG I oder ALG II angewiesen ist, muss sich beim Amt rechtfertigen. Denn die freiwillige Aufgabe eines Arbeitsplatzes kann eine Sperrzeit nach sich ziehen. Sie haben allerdings die Möglichkeit, anhand von ärztlichen Bescheinigungen zu belegen, dass aufgrund der Krankheit das Leistungsvermögen nicht mehr gegeben war. Damit war die Arbeit nicht mehr zumutbar und für die Kündigung bestand ein wichtiger Grund.

Eigenkündigung auf Anraten des Arztes

Wie bereits dargelegt, ist eine Eigenkündigung der letzte Ausweg. Sie sollten im Vorfeld mit Ihrem Arzt abklären, ob dieser die Einschätzung teilt, dass der Gesundheitszustand eine weitere Ausübung der Tätigkeit nicht zulässt. Lassen Sie sich dies auch schriftlich bescheinigen. Auch zur Absicherung gegenüber dem Arbeitsamt, sollte vor der Eigenkündigung ein entsprechendes Attest eingeholt werden. Schreiben Sie in Ihre Eigenkündigung ausdrücklich:

„Ich kündige auf Anraten meines Arztes. Aus gesundheitlichen Gründen bin ich nicht mehr dazu in der Lage, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen.“

Achtung: Falls Ihre Krankheit durch Mobbing ausgelöst wurde oder ähnliche Umstände, auf die der Arbeitgeber Einfluss hat, müssen Sie ihm vor der Eigenkündigung die Gelegenheit geben, die Situation zu ändern. Suchen Sie zunächst das Gespräch. Ändert sich nichts, schreiben Sie eine schriftliche Abmahnung, aus der sich ergibt, welche Umstände aus Sicht Ihres Arztes für die Krankheit ursächlich sind.