Doch auch der Arbeitsplatz kann Ursache für derartige Erkrankungen sein. Hierbei greift die Schutz- und Fürsorgepflicht des Arbeitgeber. Was dieser tun kann, wenn Arbeitnehmer sichtlich überfordert sind erfahren Sie hier!

Schutz- und Fürsorgepflicht des Arbeitgebers

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet für den Schutz seiner Arbeitnehmer zu sorgen. Gemäß §618 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zählt dazu insbesondere der gesundheitliche Schutz und somit eben auch das Vorbeugen von hohen psychischen Belastungen.

Depressionen und Burnout

Laut des Bundesministeriums für Gesundheit erkranken circa 16-20 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens an depressiven Verstimmungen bis hin zu Depressionen. Auch hierbei ist die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gefragt, denn nicht selten entstehen Depressionen und das Burnout-Syndrom aus beruflichen Belastungen.

Ursachen können hierbei beispielsweise eine zu hohe Arbeitsintensität sein. Dazu zählt explizit die Länge der Arbeitszeit oder auch die Verteilung der Arbeitsschichten. Doch auch Aspekte, wie die Beleuchtung, Lärmbelastung oder der kollegiale Umgang können zu einer hohen psychischen Belastung am Arbeitsplatz führen.

Psychische Gefährdungsbeurteilung

Seit Ende 2013 fordert das Arbeitsschutzgesetz eine regelmäßige Beachtung der psychischen Belastung der Mitarbeiter. Geregelt ist dies in §5 Abs.3 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG). Durch die regelmäßige Beurteilung soll im Allgemeinen die Belastung und der Umgang mit eben jener gemessen werden. Außerdem gilt es anschließend erforderliche Maßnahmen umzusetzen und deren Wirksamkeit zu kontrollieren. 

Grundsätzlich werden diese Gefährdungsbeurteilungen durch den geschulten Arbeitgeber oder Fachpersonal durchgeführt. Empfehlenswert ist hierbei eine Regelmäßigkeit von einmal jährlich. Vorgeschrieben ist diese Beurteilung mindestens alle drei Jahre.

Schritt für Schritt zur Umsetzung

Wie bereits erwähnt gilt es eine psychische Gefährdungsbeurteilung regelmäßig durchzuführen. Dies geschieht vor allem vor dem Hintergrund Unfälle und andere arbeitsbedingte Gefährdungen für die Gesundheit der Arbeitnehmer vorzubeugen. 

Es sollte grundsätzlich immer mit der Festlegung der Tätigkeiten beziehungsweise der entsprechenden Bereiche begonnen werden. Dadurch gestaltet sich die genaue Ermittlung der psychischen Belastung und deren Beurteilung einfacher und vor allem nachvollziehbarer. Im Anschluss sind wie bereits erwähnt erforderliche Maßnahmen auszuarbeiten und durchzusetzen. Es kann sich hierbei schlichtweg auch um ganz minimale Veränderungen handeln, zum Beispiel die Anschaffung einer weiteren Lampe im Büroraum. Des Weiteren gilt es die Wirksamkeit zu überprüfen.