Wie hoch darf das Arbeitsentgelt bei einer geringfügigen Beschäftigung sein? Bin ich als Minijobber versichert? Diese und weitere wichtige Fragen klären wir hier für die häufigste Form des Minijobs – dem 450-Euro-Job bei einem gewerblichen Arbeitgeber. Alle Antworten zur Frage: Welche Rechte haben Minijobber?

Was kennzeichnet einen Minijob?

Bei einem Minijob handelt es sich grundsätzlich um eine geringfügige Beschäftigung. Diese ist entweder durch die gesetzlich vorgeschriebene Verdienst- oder  Zeitgrenze definiert. In einem Arbeitsvertrag Minijob legen Sie alle wichtigen Punkte für das Arbeitsverhältnis mit dem geringfügig Beschäftigtem fest.

Wie viel darf ein Minijobber verdienen?

Die Rechtsgrundlagen für Minijobs sind im vierten Sozialgesetzbuch (SGB IV) zu finden. Darin sind unter anderem auch der gesetzlich definierte Höchstbetrag des Arbeitsentgelts und die maximale Arbeitszeit geregelt. Demnach darf ein Minijobber monatlich maximal 450 Euro verdienen oder nicht mehr als drei Monate oder 70 Tage im Jahr arbeiten.

Somit ergeben sich die erlaubten Arbeitsstunden aus dem vertraglich festgelegtem Entgelt. Bedeutet, dass wenn ein Minijobber beispielsweise den gesetzlichen Mindestlohn von 9,35 Euro brutto die Stunde erhält, darf dieser 48,13 Stunden im Monat arbeiten.

Anders verhält es sich bei sogenannten kurzfristigen Beschäftigungen. Diese unterliegen der 450-Euro-Grenze nicht.

Überschreitung der Verdienst- & Zeitgrenze

Zu einer Überschreitung der Verdienst- oder Zeitgrenze darf es höchstens in drei Monaten eines Kalenderjahres kommen. Hierbei gibt es keine betragsmäßige Obergrenze für die jeweilige Überschreitung. Dennoch ist die Voraussetzung dafür, dass die Überschreitung unvorhersehbar ist. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn durch einen Krankheitsfall in der Firma mehr Arbeit anfällt.

Sollte der geringfügig Beschäftigte jedoch regelmäßig die oben erwähnten Höchstgrenzen überschreiten, handelt es sich nicht mehr um einen Minijob. Demnach ist der Angestellte sozialversicherungspflichtig.

Auch bei gesetzlichen Familienversicherungen kann das Überschreiten der Verdienstgrenze zu Problemen führen. Sprechen Sie sich also auch mit Ihrer Krankenkasse ab, welche Entgelt- & Arbeitszeitgrenzen Sie einzuhalten haben.

Sozialversicherungen und Minijobber

Allgemein sind Minijobber nicht sozialversicherungspflichtig. Sie sind also nach deutschem Recht weder gesetzlich Kranken- oder Pflegeversichert, noch  Arbeitslosenversichert. Dennoch gilt seit 1. Januar 2013 die Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Rentenversicherung durch den Arbeitgeber.

Hierbei wird ein Eigenanteil in Höhe von 3,6 % des Einkommens zusammen mit dem pauschalen Rentenversicherungsbeitrags des Arbeitgebers eingezahlt. Dieser beläuft sich auf 15 % des Gehalts. Somit würden bei einem monatlichen Entgelt von 450€ der eigene Rentenversicherungsbeiträge bei 16,20 Euro liegen.

Wichtig: Dennoch ist allgemein auch eine Befreiung der Rentenversicherungspflicht möglich.

Arbeitsrechtliche Stellung eines geringfügig Beschäftigten

Grundsätzlich sind Minijobber Vollzeitbeschäftigten arbeitsrechtlich in nichts nachgestellt. Für beide Beschäftigungen wird das selbe Arbeitsrecht angewandt. Somit gelten auch für Minijobber die gleichen Schutzvorschriften und arbeitsvertraglichen Rechte und Pflichten. Daher gelten auch bei einer geringfügigen Beschäftigung Vorschriften wie die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, der Mindestlohn, der Kündigungsschutz, sowie der Mutterschutz und das Recht auf Urlaub.

Ein paar wenige Besonderheiten lassen sich in den jeweiligen Vorschriften zur Arbeitszeit, zum Arbeitsentgelt und der sozial- und steuerrechtlichen Behandlung finden.

Urlaub für Minijobber

Wie andere Angestellte haben auch Minijobber einen Anspruch auf Urlaubstage. Dieser ergibt sich anteilig aus der Anzahl der Arbeitstage pro Woche. Dabei irrelevant ist die Anzahl der geleisteten Stunden pro Arbeitstag.

Der persönliche Anspruch auf Urlaub wird also wie folgt berechnet:

  • geleistete Arbeitstage pro Woche x 24 / 6 = Urlaubstage
  • z.B.: 2 geleistete Arbeitstage pro Woche x 24 / 6 = 8 Urlaubstage