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Die richtige Verpackung: Ihre Bewerbungsmappe

Das erste, was ein potenzieller Arbeitgeber von Ihnen sieht, ist die Bewerbungsmappe. Alleiniges Kriterium für eine Anstellung ist sie mit Sicherheit nicht. Doch kann sie das alleinige Kriterium für eine Absage sein. Eine zerknickte und mit Fettflecken verzierte Bewerbungsmappe wird nur mit zwei spitzen Fingern angefasst und wandert aus dem Briefumschlag direkt auf den Absagenstapel. Wer sich jedoch an Kriterien wie Sauberkeit, Ordentlichkeit, Seriosität und einen sinnvollen Aufbau hält, dem legt die Bewerbungsmappe keine Steine in den Weg.

Gut zu wissen
  • Unbedingt zu vermeiden sind Formfehler
  • Lebenslauf nicht mit Anschreiben zusammenheften
  • Keine Rechtschreibfehler und keine Grammatikfehler
  • Ein Lebenslauf hat maximal zwei Seiten
  • Hobbys nennt man besser: Persönliche Interessen

Welche Mappe ist die beste?

Bei der Auswahl der richtigen Bewerbungsmappe sind unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen. Nicht nur Aussehen, Handhabung und Stabilität sind ausschlaggebend. Auch Kosten, Unternehmensprofil und persönlicher Geschmack spielen eine wichtige Rolle. Kaufen Sie daher nicht wahllos Bewerbungsmappen ein, sondern machen sie sich vorher Gedanken darüber, was Sie genau suchen.

Der Kostenfaktor

Bewerbungsmappen gibt es in so ziemlich allen Preisklassen. Einfach die Billigste zu nehmen, ist selbstverständlich nicht empfehlenswert. Eine qualitativ höherwertige Bewerbungsmappe zeigt, dass Ihnen so viel an der Anstellung liegt, dass Sie keine Kosten und Mühen gescheut haben. Natürlich geht das nur, wenn Ihr Konto es zulässt. Eine Abstufung kann auch nach der angestrebten Position erfolgen. Aber wenn es nicht gerade um einen Vorstandsposten in der Porsche AG geht, muss es auch nicht die allerteuerste Mappe sein. Was Qualität und Preis betrifft, halten Sie sich getrost an den Durchschnitt. Die anderen Bewerber hängen Sie dann lieber mit dem Inhalt Ihrer Bewerbung ab.

Wiederverwertbar oder nicht?

Umweltbewusstsein ist sehr lobenswert. Aber beim Bewerben gilt: Wer einen gut bezahlten Job haben will, der muss dafür schon was investieren. Zeigen Sie dem Personalchef bloß nicht, dass er nur eine von Hunderten immer wieder verwendeten Bewerbungsmappen erhält. Erwecken Sie lieber den Eindruck, dass er die Bewerbungsmappe von Ihnen bekommt. Die eine, bei der Sie sich besonders viel Mühe gegeben haben. Die Bewerbungsmappe, die an Ihr absolutes Wunschunternehmen geht. Bei Bewerbungen auf ein unbezahltes Praktikum ist es hingegen in Ordnung, eine noch saubere und knickfreie Bewerbungsmappe wieder zu verwenden.

Die Qual der Wahl

Ob Sie eine dreiseitige Bewerbungsmappe aus Karton oder einen Schnellhefter mit Klarsichtfolie verwenden, richtet sich allein nach Ihrem Belieben. Der Dreiseiter wirkt besonders klassisch und seriös, während sich ein Schnellhefter einfacher durchblättern lässt. Fragen Sie sich vor allem, ob sich die von Ihnen gewählte Bewerbungsmappe leicht handhaben lässt. Schließlich wollen Sie ja gerade erreichen, dass de Personalchef die Unterlagen kopiert oder einscannt, um Sie dann an die entsprechenden Abteilungsleiter weiter zu reichen. Gefragt ist also eine Bewerbungsmappe, die sich leicht aufschlagen, durchblättern und weiterverwerten lässt. So erleichtern Sie die Personalerarbeit und treten von Anfang an wie ein Kooperationspartner auf, mit dem man gut zusammen arbeiten kann.

Klassisch oder kreativ?

Richten Sie die Farbwahl und Gestaltung genau auf das anvisierte Unternehmen und Ihren Berufsstand aus. Wo es um kreatives Arbeiten geht, kann eine knallige Farbe oder ein auffallendes Design durchaus von Vorteil sein. In allen anderen Fällen ist schwarz, weiß oder eine gedeckte Farbe zu empfehlen, um die Seriosität zu untersteichen. Sie wollen vom Inhalt der Bewerbung ja nicht ablenken, sondern diesen durch eine dezente Verpackung unterstreichen!

Eine der meist diskutierten Fragen ist die nach der Kreativität. Eine auffällige individuelle Gestaltung kann dazu führen, dass Ihre Bewerbung hervorsticht. Sie kann aber auch auf einen übermäßigen Gestaltungsdrang und fehlende Ernsthaftigkeit schließen lasen.  Daher gilt grundsätzlich: Das Verfassen einer erstklassigen Bewerbung ist keine Bastelstunde! Kreative Arbeitsproben sind viel mehr wert als eine kreative Bewerbungsmappe. Ausnahmen bestehen natürlich dann, wenn es sich um sehr junge Unternehmen handelt, die vor allem gestalterisch arbeiten.

Die richtige Reihenfolge

Ein Personalmanager entscheidet häufig in wenigen Minuten darüber, ob Ihre Bewerbung weiter berücksichtigt oder direkt zurückgeschickt wird. Eine der größten Katastrophen ist es daher, wenn er diese knappe Zeit damit verbringen muss, Ihren Lebenslauf zu suchen. Daher gilt: Ihre Bewerbungsunterlagen wollen nicht nur ansprechend präsentiert, sondern auch sinnvoll angeordnet werden. Machen Sie sich also Gedanken darüber, in welcher Reihenfolge Sie Ihre Dokumente darbieten wollen. Ausgangspunkt ist dabei stets eine simple Frage: Bei welcher Anordnung findet sich der Personalchef am besten zurecht? Auf welche Dokumente kommt es für den ersten Eindruck an? Welche spielen erst später eine Rolle? Ganz klar sind Anschreiben und Lebenslauf die ersten Entscheidungskriterien. Bei allen weiteren Unterlagen kommt es vor allem darauf an, dass eine Struktur zu erkennen ist. Bewährt hat sich im übrigen die folgende Reihenfolge:

1. Anschreiben (lose beigelegt!) 2. Deckblatt (wahlweise)
3. Lebenslauf
4. Motivationsschreiben
5. Referenzen
6. Arbeitszeugnisse (chronologisch rückwärts)
7. Zeugnis der Berufsqualifizierung
8. Weiterbildungen und Zertifikate
9. Anlagenverzeichnis (wahlweise)

Je voller die Mappe, desto höher die Chancen?

Man könnte meinen, dass eine besonders dicke Bewerbungsmappe auf besonders viele Qualifikationen des Bewerbers schließen lässt. Aber falsch gedacht: Gefragt ist eine Bewerbungsmappe, bei der sich der Bewerber Gedanken über die Relevanz seiner Zeugnisse, Nachweise etc gemacht hat. Ganz klar gilt natürlich: Alles was in der Stellenausschreibung explizit verlangt wurde, findet auf jeden fall seinen Platz in der Mappe. Bei allen anderen Unterlagen ist je nach dem Einzelfall zu entscheiden. Bei zehn Jahren Berufserfahrung interessiert sich natürlich keiner mehr für das Abiturzeugnis, bei einem Berufseinsteiger unter Umständen schon. Fragen Sie sich also bei jedem Dokument: Was bringt dieser Nachweis dem Personalchef für eine Information bei der Einschätzung meiner Person? Und nur wenn Sie diese Frage beantworten können, kommt das Dokument in Ihre Bewerbungsmappe.

Linda Weber