Eine Patientenverfügung kann natürlich nur dann zum Einsatz kommen, wenn sie dem behandelnden Arzt vorliegt. Wie kann man sicherstellen, dass Ihr Behandlungsteam die Patientenverfügung im Ernstfall auch findet?

Aufbewahrungsort sollte nicht zu geheim sein

Daher sollten Sie Ihre Patientenverfügung unbedingt an einem leicht zugänglichen Ort aufbewahren. Dort, wo Ihre Angehörigen sie schnell finden können. Sie können Sie auch einem nahen Verwandten oder Ihrem Vorsorgebevollmächtigten zur Aufbewahrung überlassen. Gehen Sie innerhalb der Familie offen mit dem Thema Vorsorge um. Ihre engsten Vertrauten müssen wissen, wo sich die Unterlagen befinden. Je nach Einzelfall kann es auch sinnvoll sein, dass Sie bei einem Notar beglaubigte Ausfertigungen erstellen lassen. Sie können dann jedem Bevollmächtigten eine Ausfertigung der Patientenverfügung geben. Aber Achtung: Wenn Sie Ihre Meinung ändern und die Patientenverfügung abändern, müssen Sie dafür sorgen, dass alle Ausfertigungen ausgetauscht werden.

Vorsorgeregister der Notarkammer nutzen

Wer ganz sicher gehen will, dass man die Patientenverfügung nicht übersieht, kann sie beim Vorsorgeregister der Notarkammer registrieren lassen. Dort geben Sie den Aufbewahrungsort an und nennen auch die Person, die Ihr Bevollmächtigter ist. Sollte der Ernstfall eintreten und Sie sind infolge eines Unfalls entscheidungsunfähig, geschieht Folgendes: Bei Entscheidungen über Behandlungsfragen muss das Betreuungsgericht angerufen werden. Dieses erhält über das Vorsorgeregister die Information, dass es eine Patientenverfügung gibt und wer der Bevollmächtigte ist. Das Gericht kontaktiert den Bevollmächtigten. Eine rechtliche Betreuung kann man dadurch in der Regel verhindern.

Patientenverfügung im Notfallordner aufbewahren

Die Patientenverfügung ist in der Regel nicht das einzige wichtige Dokument zur Vorsorgeregelung. Legen Sie daher am besten einen Ordner an, in dem Sie alle Dokumente abheften, beispielsweise Ihre Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. Den Notfallordner können Sie dann nach Bedarf ergänzen, beispielsweise mit Angaben zu Ihren digitalen Nutzerkonten, Medikamentenplänen und ähnlichem Legen Sie einen Notfallordner an, um Ihre Vorsorgeunterlagen zu sammeln.