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Finanzplanung ist Chefsache

In der freien Wirtschaft gibt es nur ein Kriterium für den Erfolg: Gewinn. Wenn Ihr Unternehmen über einen längeren Zeitraum weniger einnimmt als es ausgibt, werden Sie nicht lange am Markt bestehen. Die Finanzplanung, also die Kalkulation aller Kosten und Einnahmen ist deshalb schon in der Phase vor der Gründung unerlässlich. Eine Konzeption des kurz-, mittel- und langfristigen Flusses der Geldmittel müssen Sie als angehender Unternehmer schon im Businessplan anlegen, auch wenn sich eine solche Rechnung natürlich auf viele unbekannte Variablen gründet. Entwerfen Sie dennoch verschiedene Szenarien: den wirtschaftlichen Idealfall („Best Case“), eine wahrscheinliche Variante („Base Case“) und den schlimmsten Fall („Worst Case“). Mit einem detaillierten Zahlenwerk können Sie gegenüber potentiellen Investoren und Kreditgebern die Qualität Ihrer Geschäftsidee leichter vermitteln.

Gut zu wissen
  • Übersicht über Investitionen gewinnen
  • Einnahmen und Kosten kalkulieren
  • Überzeugen durch längerfristige Finanzplanung
  • Mit Fremdkapital und Rückzahlung planen
  • Banken mit Finanzkonzept überzeugen

Investieren kommt vor verdienen

Ein wichtiger Aspekt Ihrer Finanzplanung muss die genaue Bestimmung aller notwendigen Investitionen sein. Somit schaffen Sie die Basis für eine konkrete Kreditanfrage bei einer Bank oder einem staatlichen Förderinstitut. Bevor Sie jedoch mit Ihrer Selbstständigkeit die ersten Euro verdienen, müssen Sie Kapital investieren. Ohne eine Infrastruktur läuft kein Business. Ganz gleich in welcher Branche Sie eine Gründung planen – für die ersten Schritte benötigen Sie eine übliche Büroausstattung. So brauchen Sie zur Erstellung eines Businessplans, für die Kommunikation mit Ämtern und Geldgebern oder bei der Kontaktaufnahme mit Zulieferern, Partnern und Kunden zunächst nur einen Schreibtisch, einen Computer, ein Faxgerät und ein Mobiltelefon. Wenn Sie diese Utensilien bereits haben, müssen Sie keine umfangreichen Investitionen tätigen.

Hoher Kredit, hohes Risiko

Je geringer das Startkapital für Ihre Firma ist, desto geringer ist Ihr finanzielles und persönliches Risiko. Verzichten Sie daher nach Möglichkeit auf kostspielige Anschaffungen. Vor allem Freiberufler sollten für Geräte wie Computer, Telefon oder Drucker keine Unsummen ausgeben. Wer die Gründung eines Gewerbes oder die Eröffnung eines gastronomischen Betriebes plant, schont sein Budget mit dem Rückgriff auf gebrauchte, gut erhaltene Einrichtungsgegenstände. Etwas Geld müssen Sie für die Erledigung von Formalitäten einplanen. So können zum Beispiel Kosten für einen Notar oder zur Erteilung von Konzessionen anfallen.

So viel Eigenkapital wie möglich, so wenig Fremdkapital wie nötig

Nehmen Sie hohe Kredite auf und Ihre Unternehmung scheitert, bleiben Sie auf den Schulden sitzen. Im schlimmsten Fall kann Sie das in eine Privatinsolvenz führen, die Sie noch Jahre nach dem Aus belastet. Idealerweise decken Sie Ihren Finanzbedarf daher zu einem großen Teil durch Eigenkapital. Verfügen Sie noch über etwas Geld aus einer Erbschaft oder einer Abfindung? Verwenden Sie diesen Betrag, bevor Sie zur Bank gehen! Auch ein Darlehen von Verwandten oder Freunden ist zinsgünstiger als der Kredit eines Geldinstitutes. Sichern Sie solche Anleihen jedoch mit einem Darlehensvertrag wasserdicht ab, an Streitigkeiten um Geld ist schon so manche Freundschaft zerbrochen.

Startkapital macht Geschäftsidee möglich

In der Startphase ist günstiges Kapital einer der entscheidenden Faktoren des geschäftlichen Erfolges. Wenn Sie regelmäßig hohe Zinsen abführen müssen, strapaziert das Ihre Bilanz zuungunsten des Geschäftsergebnisses. Aus diesem Grund sollten Sie sich nur an eine Bank wenden, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft sind. Fremdes Kapital wird nur unter strengen Auflagen gewährt und schafft für einen langen Zeitraum finanzielle Verpflichtungen. Banken prüfen genau das Potential der Geschäftsidee sowie berufliche Qualifikationen, bevor ein Kredit bewilligt wird. Sicherheiten für Kredite sind Vermögenswerte in Form von Spareinlagen, Aktien, Immobilien, Edelmetallen oder Versicherungen. Jede Bank möchte genaue Informationen zu Ihrer Geschäftsidee, d.h. ohne einen Businessplan besteht keine Hoffnung auf den Erhalt eines Kredites.

Mikrokredite auch für Existenzgründer

Ein immer beliebteres Instrument der Finanzierung sind Mikrokredite. Dabei erteilen Förderbanken Summen zwischen 1.000 und 25.000 Euro für kleinere Anschaffungen. Gerade für Kleinunternehmer ist ein Kleinstkredit interessant, da die Hürden zum Erhalt einer solchen Finanzspritze vergleichsweise niedrig sind.

Daniel Wilhelm