Gesetzesgrundlage Arbeitszeugnis: Was ist bei der Erstellung zu beachten?

Manfred hat sich inzwischen mit der Erstelung der Arbeitszeugnisse auseinander gesetzt und sowohl Constanze als auch Lydia ein Zeugnis erstellt, mit dem beide sehr zufrieden sind. Er weiß sehr zu schätzen, dass die beiden sich eingehend vorbereitet haben und nun Expertinnen im Schreiben und Interpretieren von Zeugnissen sind. Da dieses Wissen auch für kommende Volontäre sowie alle anderen Angestellten sehr nützlich sein kann, haben die drei die Idee, einen Ordner mit den wichtigsten Punkten anzulegen. Darin enthalten sind Muster für Arbeitszeugnisse in den unterschiedlichen Bewertungsstufen, Checklisten und eine Übersicht mit Antworten auf die wichtigen rechtlichen Fragen rund um das Thema Arbeitszeugnis.

Zeugnisse für Praktikum, Volontariat, Ausbildung?

In einem Ausbildungsverhältnis hat der Arbeitnehmer ein Recht auf die Ausstellung eines Zeugnisses. Zum Abschluss ihres Volontariats hat Constanze ein qualifiziertes Arbeitszeugnis von ihrem Vorgesetzten Manfred erhalten, mit dem sie sich nun als PR-Beraterin bewerben kann. Und auch nach Abschluss einer betrieblichen Lehre hat der Auszubildende ein Recht auf ein qualifiziertes Ausbildungszeugnis, in dem auf den Inhalt der Ausbildung, die Arbeitsweise und das Verhalten Bezug genommen wird. Im Falle eines Praktikums ist es allerdings unterschiedlich, ob tatsächlich ein Praktikumszeugnis oder nur eine einfache Bescheinigung über das Absolvieren eines Pflichtpraktikums, zum Beispiel für die Schule oder die Universität, benötigt wird. Dies ist im Einzelfall zwischen den Parteien zu klären.

Arbeitszeugnis für ein kurzes Arbeitsverhältnis

Auch bei kurzen Arbeitsverhältnissen, so zum Beispiel wenn ein Mitarbeiter bereits nach der Probezeit aus einem Betrieb wieder ausscheidet, kann ein qualifiziertes Arbeitszeugnis verlangt werden. In solch einem Fall gilt es abzuwägen, welche Informationen in das Zeugnis aufgenommen werden, da der Umfang der Tätigkeiten sowie die Möglichkeiten der zeitlichen Beurteilung in dieser Einarbeitungsphase begrenzt sind. Im Allgemeinen wird in solch einem Fall ein "abgespecktes" qualifiziertes Arbeitszeugnis ausgestellt, das mit wenig Text und ohne eine ergebnisorientierte Bewertung auskommt.
Das ist Manfred in seiner PR-Agentur tatsächlich schon zwei Mal vorgekommen, die Chemie zwischen ihm und den Mitarbeitern hat einfach nicht gestimmt. Den Abschnitt zu kurzen Arbeitsverhältnissen nimmt er deshalb in den Info-Ordner mit auf.

Zwischenzeugnis und Referenzschreiben

Ein Zwischenzeugnis musste Manfred noch nie ausstellen, es scheint ihm jedoch sinnvoll, auch hierzu die rechtlichen Fakten zusammenzutragen und für ihre Mitarbeiter zu Verfügung zu stellen. Ein Recht auf ein Zwischenzeugnis haben seine Mitarbeiter nämlich. Die Gründe für das Verlangen eines solchen Zwischenzeugnisses können unterschiedlich, müssen jedoch triftig sein: Will sich ein Mitarbeiter aus einem bestehenden Arbeitsverhältnis heraus um eine andere Stelle bewerben, so kann er zu diesem Zweck ein Zwischenzeugnis verlangen. Aber auch ein langjähriges Anstellungsverhältnis oder das Übernehmen neuer Tätigkeitsbereiche innerhalb des gleichen Betriebes können ein Anlass sein, dem Arbeitnehmer ein Zwischenzeugnis zur Bewertung seiner bisher geleisteten Arbeit auszustellen.

Für Manfreds PR-Büro arbeiten fast genauso viele Freiberufler wie Festangestellte. Früher oder später wird er sicher einmal jemand wegen eines Zeugnisses angesprochen werden, es ist also besser, darauf vorbereitet zu sein. Also notiert er zusammen mit Lydia und Constanze die letzte wichtige Info für seinen "Zeugnisordner": Freie Mitarbeiter haben ebenfalls ein Anrecht auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, wenn sie arbeitnehmerähnlich sind. Das heißt, wenn sie längere Zeit für einen Auftraggeber arbeiten und von diesem abhängig sind. Für jeden Freiberufler ist neben einem Zeugnis aber wohl das Referenzschreiben das wichtigste Mittel der Bewertung ihrer Arbeit und der Werbung für sie. Ein Referenzschreiben gleicht dem Zeugnis; es sollte inhaltlich ebenso aufgebaut sein und dieselben Punkten wie ein Arbeitszeugnis beurteilen.