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Was Sie bei befristeten Arbeitsverhältnissen beachten müssen

Beim Abschluss befristeter Arbeitsverhältnisse müssen Sie bestimmte gesetzliche Einschränkungen und Besonderheiten beachten. Diese ergeben sich aus dem Teilzeit- und Befristungsgesetz. Bei Befristungen unterscheidet man zwischen solchen mit sachlichem Grund und ohne sachlichen Grund. Im Folgenden beantworten wir Ihnen die wesentlichen Fragen, die Sie bei der Vereinbarung von befristeten Arbeitsverträgen wissen sollten. Selbstverständlich gehen Sie auch hier mit einem Muster-Arbeitsvertrag stets auf Nummer sicher.

  • Die Befristung muss schriftlich vereinbart werden
  • Ohne Grund nur dreimalige Verlängerung möglich
  • Der sachliche Grund muss vom Arbeitgeber dargelegt werden
  • Ordentliche Kündigung nur, wenn diese vereinbart wurde
  • Unwirksame Befristung führt zu unbefristetem Arbeitsvertrag

Was ist ein sachlicher Befristungsgrund im Sinne des Gesetzes?

Das Teilzeit- und Befristungsgesetz nennt eine Reihe von zulässigen Befristungsgründen. Diese Aufzählung ist allerdings nicht abschließend.

Als sachlicher Grund gilt beispielsweise, dass die Arbeit saisonbedingt nicht das ganze Jahr lang erbracht werden kann. Ein weiterer sachlicher Grund ist, dass der Arbeitnehmer nur zur Vertretung, etwa um einen Angestellten in Elternzeit zu ersetzen, eingestellt werden soll. Ein weiterer sachlicher Grund ist, dass der Arbeitnehmer nur zur Vertretung eingestellt werden soll.

Wenn Sie unsicher sind, ob für Ihr Arbeitsverhältnis ein Befristungsgrund vorliegt, sollten Sie sich in jedem Fall vor Abschluss des Vertrages genau informieren. Denn wenn sich in im Nachhinein herausstellt, dass kein sachlicher Grund vorlag, wird das Arbeitsverhältnis in ein unbefristetes umgedeutet. Dies gilt auch in Fällen, in denen der sachliche Grund im Laufe des Arbeitsverhältnisses weggefallen ist.

Wie regele ich die Befristung, wenn kein sachlicher Grund vorliegt?

Eine Befristung ohne Angabe eines sachlichen Grundes kann mit ein und demselben Arbeitgeber grundsätzlich nur dreimal hintereinander erfolgen. Insgesamt darf dabei eine Dauer von zwei Jahren nicht überschritten werden.

Hier gibt es in einigen Tarifverträgen Ausnahmen, dies sollten Sie im Einzelfall überprüfen. Für neu gegründete Unternehmen gilt ebenfalls eine Ausnahmeregelung. Auch hier sollten Sie vorher prüfen, ob das konkrete Arbeitsverhältnis unter diese Ausnahme fällt.

Achtung: Wenn die gesetzlich erlaubte Befristung überschritten wird, geht das Arbeitsverhältnis automatisch in einen unbefristeten Arbeitsvertrag über.

Was muss ich bei Befristungen mit sachlichem Grund beachten?

Das tatsächliche Vorliegen eines sachlichen Grundes muss im Streitfall nachgewiesen werden. Es empfiehlt sich daher unbedingt, den Grund für die Befristung schon beim Vertragsschluss in den Arbeitsvertrag mit aufzunehmen.

Kann ich ein befristetes Arbeitsverhältnis vor Ablauf der Befristung kündigen?

Die Kündigung eines befristeten Arbeitsverhältnisses ist nur dann möglich, wenn dies ausdrücklich im Vertrag bestimmt ist. Ausnahme ist natürlich die außerordentliche bzw. fristlose Kündigung des Arbeitsvertrages, die immer dann möglich ist, wenn hierfür ein wichtiger Grund vorliegt.

Daniel Wilhelm
Fragen und Antworten zum Thema

 
 
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`Die Frage bezieht sich auf einen befristeten Arbeitsvertrag: - Kann ein berufsbegleitender Fernlehrgang (Nov 2014 bis Jan 2017) ein sachlicher Grund für einen befristeten Arbeitsvertrag sein? - Das Arbeitsverhältnis soll zunächst für die Dauer des Fernlehrganges durch den Arbeitsvertrag geregelt sein - danach evtl. durch einen unbefristeten Arbeitsvertrag ersetzt werden.
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O. Thoß (06.02.2015)
Sehr geehrter Herr Thoß, diese Frage lässt sich leider nicht abschließend beantworten. Eine Befristung mit sachlichem Grund ist in den Fällen des § 14 Abs.1 TzBfG auch für einen längeren Zeitraum als zwei Jahre möglich. Das Gesetz zählt verschieden Gründe für eine Befristung auf. Allerdings ist diese Aufzählung nicht abschließend. Es können auch andere Gründe für eine Befristung mit Sachgrund vorliegen. Sie müssen aber den Wertungsmaßstäben der bereits im Gesetz genannten Gründe entsprechen. Problematisch ist, dass der Arbeitgeber nicht verpflichtet ist den sachlichen Grund im Arbeitsvertrag zu benennen. Lediglich wenn es zum Rechtsstreit kommt hat er die Pflicht, den sachlichen Grund darzulegen. Die sachliche Befristung ist z.B. möglich, wenn sie im Anschluss an eine Ausbildung oder ein Studium erfolgt, um Ihnen den Übergang in eine Anschlussbeschäftigung zu erleichtern. Ferner, wenn die Eigenart der Arbeitsleistung die Befristung rechtfertigt, die Befristung zur Erprobung erfolgt oder etwa auch, wenn in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe die Befristung rechtfertigen. Eine abschließende Einzellfallentscheidung können wir hier leider nicht bieten.
Redaktionsteam
Sehr geehrter Herr Wilhelm, Ich bin in den letzten Tagen an einem Institut eines Arztes vorstellig geworden, und wir sind uns bis auf ein Detail einig geworden. Er will ohne schriftliche Angabe eines Grundes den Vertrag auf ein Jahr befristen. Ich bringe einige Jahre an Berufserfahrung mit aber vor allem ist ein großer Umzug notwendig. Jetzt meine Frage: Kann er das rechtens machen, oder nicht? Auf seine mündliche Zusage, den Vertrag nach einem Jahr in unbefristet umzuwandeln sich zu verlassen, scheint mir ein wenig riskant. Mit freundlichen Grüßen Stefan
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Stefan (07.10.2013)
Hallo Stefan, falls Sie vorher noch nicht bei dem Arbeitgeber beschäftigt waren, wovon wir ausgehen, ist eine Befristung ohne Sachgrund für die Dauer von bis zu zwei Jahren möglich. Rechtlich gesehen, kann der Arbeitgeber also solche Verträge anbieten. Inwiefern Sie das Angebot annehmen, müssen Sie selbst entscheiden. Ihre Bedenken sind nachvollziehbar. Andererseits: Auch ein unbefristeter Vertrag schützt Sie nicht vor einer Kündigung während der Probezeit. Ein befristeter Vertrag gibt Ihnen jedenfalls für ein Jahr Planungssicherheit. Denn meist ist eine ordentliche Kündigung nach kurzer Probezeit ausgeschlossen. Vielleicht ist es also auch für Sie gar nicht so schlecht, erstmal für ein Jahr zu testen, ob Sie einen dauerhaften Umzug in die Stadt überhaupt wollen. Man kann übrigens auch vertraglich festlegen, dass nach einer bestimmten Zeit vor Ablauf der Befristung, über die Verlängerung des Vertrages verhandelt wird. Vielleicht lässt sich der Arbeitgeber ja darauf ein. In jedem Fall sollten Sie daher persönliche Gespräch mit dem Arzt suchen und ihre Bedenken schildern. Falls er gar kein Verständnis zeigt, sollten Sie vielleicht überlegen, ob hier auf Dauer ein harmonisches Arbeitsverhältnis möglich ist.
Redaktionsteam
Hallo, bei einem zeitlich befristeten Vertrag, der nur für eine Saison (z.B. 4 Monate) läuft, kann man da eine Probezeit einbauen? LG Karen Nielsen
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Karen Nielsen (19.04.2013)
Hallo Frau Nielsen, unsere Mustervorlage "befristeter Arbeitsvertrag" hält selbstverständlich auch den Punkt Probezeit fest. Im Dokument unter §2). In der Festlegung der Länge der Probezeit sind Sie als Arbeitgeber relativ frei. Interessant zu wissen ist, dass z.B. bei 1-Jahres-Arbeitsverträgen eine Probezeit von bis zu 6 Monaten in den Arbeitsvertrag heutzutage durchaus üblich ist. Eine wirkliche Planungssicherheit für den Arbeitnehmer bietet das nicht und führt auch nicht selten zur Unzufriedenheit. Die Länge der Probezeit sollte deshalb der Komplexität der Arbeit angemessen und auch für den Arbeitnehmer nachvollziehbar sein. Überlegen Sie, welche Probezeit Sie akzeptieren würden bei einem Job, der auf 4 Monate befristet ist. Dann können Sie die Dauer mit gutem Gewissen vor Ihrem neuen Arbeitnehmer auch überzeugend vertreten. Viel Erfolg.
Redaktionsteam
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