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Trojanisches Sparschwein

von Karl-Hermann Leukert

Ein beliebter Spott über die Griechen lautet: "Früher lehrten sie uns Philosophie, heute leeren sie uns die Mülleimer." Zwischen dem hellenischen Heros vergangener Tage und der heutigen Jammergestalt an der Ägäis liegen Epochen. Griechenland hat über seine Verhältnisse gelebt und bekommt nun die Rechnung. Und so treten sie wieder alle auf den Plan, die schon immer ein Ende des Euro und ein Auseinanderbrechen der Währungsgemeinschaft vorhergesagt haben. Kein Geld dürfe man den siechen Griechen zahlen. Und irgendein Genie aus der CDU mit dem schönen Namen Wanderwitz forderte sogar, dass die Griechen ihre Inseln verkaufen sollen. Auf diesen Geistesblitz ist selbst Gaddafi noch nicht gekommen.

Dabei sollte man ruhig mal das Gedankenexperiment wagen: Was wäre die Folge, wenn Griechenland aus der Währungsgemeinschaft austreten müsste. Anstelle des Euro würde wieder die Drachme treten. Die griechische Regierung würde massenhaft Spielgeld drucken, um ihre Schulden bezahlen zu können. Inflation wäre die Folge. Waren aus dem Ausland würden automatisch verteuert. Der Import von Gütern käme praktisch zum Erliegen, die Ausfuhr griechischer Produkte würde dafür indirekt subventioniert. Keine gute Entwicklung für die Export-Nation Deutschland. Und wer etwa als Deutscher eine griechische Ferien-Immobilie sein eigen nennt, kann dem Wertverlust praktisch zuschauen.

Daher wird, da kann sich Schäuble noch so sehr sträuben, die Gemeinschaft zahlen müssen - wie auch immer sie die Hilfspakete nennen will, um die EU-Bail-out-Klausel umgehen zu können. Aber verkehrt ist das sicherlich nicht. Denn merke: Mit Krediten an klamme Schuldner finanziert man den eigenen Absatz. Eine Art trojanisches Sparschwein. Wie gut es funktioniert, kann man an einem anderem Beispiel sehen: am Umgang der Volksrepublik China mit den USA.

Schlagworte:

GriechenlandEuro

Kommentare

Kommentare


Karl-Hermann Leukert

17.03.2010 um 00:16:00 Uhr

In der Tat, Herr Lieffertz, da haben Sie Recht, das Bedrohungspotential ist enorm, vor allem, wenn man noch den Kunstmarkt mit den vielen Gips-Torsi bedenkt, die die deutschen Einrichtungshäuser überschwemmen, aber ich habe Ihren ironischen Wink schon verstanden: Lasst die Griechen nur ihre maroden Industriezweige subventionieren, ändert eh nichts. Doch auch hier gilt, sollte das Beispiel Schule machen, besteht der schöne Binnenmarkt bald nur noch aus den Beneluxländern mit ein paar angeschlossenen Nordlichtern und den beiden Platzhirschen. Der Rest zankt sich dann wieder um Lira und Real. Mit Volldampf in die Vergangenheit, auch keine Perspektive.

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Ernst Lieffertz

16.03.2010 um 19:02:00 Uhr

Naja, Herr Leukert. Das ist natürlich ein Bedrohungsszenario, daß sich uns gegenüber da aufbaut. Wenn die dort tatsächlich ihre Exporte indirekt subventionieren, werden die griechischen Exportartikel plötzlich die deutschen aus dem Markt verdrängen. Ich denke nur an so traditionelle Exportschlager der Griechen, wie Maschinenbau, Automobilbau, Hi-Tech-Elektronik etc. Und die sowieso schon exportbegünstigenden Faktoren der griechischen Wirtschaft, wie niedrige Staasquote, Steuergerechtigkeit und -Ehrlichkeit etc. werden dann die BRD endgültig aus dem Rennen schießen. Mein Tip wäre, die für uns sowieso unerreichbaren Goldreserven der Deutschen Bundesbank direkt an Griechenland zu überschreiben. sollen die doch versuchen, sie zurückzuholen.

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Ronny

16.03.2010 um 18:51:00 Uhr

Was regt ihr euch über Griechenland auf?Deutschland steht genauso am Abgrund!Die Regierung steckt sich und ihren "Abgeordneten",den Banken und Firmen genug Geld in die Tasche um den zu erwartenden Knall von dem einfachen Volk vielleicht irgendwo zu überleben.Die sind auch am Ende.So geht es mit der gesetzlichen Gelderpressung und Wegelagerei nicht weiter.Die Leute haben die Schnauze voll.Wenn sich diese Schweine nicht das Geld erpressen würden müßten sie zur Tafel gehen.Die Menschen in diesem Land sind nur Kühe die gemolken werden.Aber selbst Kühe haben eine Schmerzgrenze und schlagen dann aus.

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