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Storch Heinar siegt über Thor Steinar

von Karl-Hermann Leukert

Von Angehörigen der rechten Szene war man bislang keine besonderen Extravaganzen in Sachen Freizeitmode gewohnt: Springerstiefel, Bomberjacke und ein paar Jogging-Hosen. Prepissed! Das hat den Vorteil, dass man die meisten Dumpfbacken schon am Geruch erkennt, wenn sie XXL-mäßig den Bahnhofsvorplatz bevölkern: Germaniens next Topmoppel findet man eher unter als im Fernseher.

Doch seit einiger Zeit stehen auch Neonazis auf szenetypische Designer-Klamotten. Eine Marke, die sich dabei mit allerlei Germanen-Schnickschnack, Wolfs-Symbolik und unverhohlenen Anleihen am Wikingerkult der SS hervortut, ist die inzwischen in Dubai registrierte Bekleidungsfirma Thor Steinar. War der Skinhead alter Schule noch froh, wenn er sich nach komatösem Saufgelage in eine vergammelte Reichkriegsflagge einwickeln konnte, gewandet er sich heute in tussiges Tarnfleck, schwuchtelige Strickwaren und niedliche Norweger-Pullis. Das zieht natürlich Spott und Hohn nach sich, etwa durch die Juso-Verarsche "Storch Heinar" - eine durch Stahlhelm, Seitenscheitel und Hitlerbärtchen verulkte Vogelkreatur, die, wenn man so will, entfernt an das Runen-Logo von Thor Steinar erinnert.

Doch ein Gericht, das darüber zu befinden hatte, sah es anders: Eine Verwechslungsgefahr sei nicht gegeben und auch die von den Label-Betreibern monierte Verunglimpfung sei nicht justiziabel, sondern falle unter die Freiheit von Kunst und Satire. Die Klage gegen den Storch wird wohl abgelehnt.

Kommentare

Kommentare


4

Wilma Sosagen

27.07.2010 um 14:56:00 Uhr

So schön Ihr Beitrag auch ist, inhaltlich, so lässt er sprachlich zu wünschen übrig. Von "tussig", "schwuchtelig" und "niedlich" zu sprechen, zeugt nicht gerade von einem antisexistischem Ansatz oder einer solchen Denkweise. Neben Nazis kommen gleich Antisemit_Innen und Sexist_Innen in der Liga der politisch Unkorrekten!

3

Karl-Hermann Leukert

27.07.2010 um 14:48:00 Uhr

Korrekt! Eine Entschuldigung an alle Musik-, Red- und Sharpskins.

2

Skinhead69

27.07.2010 um 13:53:00 Uhr

Ihr Vollpfosten solltet eigentlich wissen das nicht alle Skinheads Nazis sind.

1

Tilman

26.07.2010 um 20:30:00 Uhr

Diese Art von Rechtsprechung ist (zum Glück) nicht einmal neu. Siehe z.B. Marlboro gegen Mordoro, BGH VI ZR 246/82, oder Musical "Sekretärinnen" gegen Musical "Kellnerinnen", KG Berlin, Urteil vom 2.10.1998, Az: 5 O 5391/98.

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