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Finanzen: Auf einen Steuerberater verzichten

von Anika Kröller

Gerade ältere Menschen sind oft ein gefundenes Fressen für selbsternannte Finanzexperten. Zwei Rentnerpaare schlugen zurück, weil sie sich schlecht beraten fühlten. Sie stehen jetzt wegen gemeinschaftlicher Entführung ihres Steuerberaters vor Gericht.

Schlecht beraten: bei Selbstjustiz immer.

Schlechte Beratungsleistungen können einen schon ganz schön auf die Palme bringen, wenn es um die eigenen Finanzen geht. Zwei Rentnerpaare aus Speyer sind deshalb vollkommen durchgedreht. Aus Wut über die vermeintlich schlechte Beratung entführten sie ihren Steuerberater und verfrachteten ihn im Kofferraum ihres Wagens nach Chieming in Oberbayern, wo sie bereits ein Verlies für ihn präpariert hatten. Der Plan war, ihn so zur Rückzahlung von Geldanlagen in Höhe von 2,5 Millionen Euro zu bringen. Dem Entführten gelang schließlich die Flucht, indem er ein verschlüsseltes Fax an einen Bankangestellten schickte, der sofort die Polizei informierte.

Wer seine Finanzen selbst in die Hand nimmt, ist tatsächlich oft besser beraten. Gerade was die Steuererklärung angeht, entsteht dann aber häufig ein unbändiger Hass gegen Vater Staat. In diesem Fall sollte unbedingt von dem Plan Abstand genommen werden, den Finanzminister zu entführen. Denn das wird sicherlich kein gutes Ende nehmen. Besser ist es, mit professioneller Software und intelligenten Ausfüllhilfen soviel zu sparen wie möglich. Und zu viel gezahlte Steuern auf dem legalen Weg zurückzufordern.

Kommentare

Kommentare


5

Heike A.

06.03.2010 um 17:15:00 Uhr

Ich kann die Enttäuschung über die Steuerberater verstehen, wenngleich ich nicht so weit gehen würde wie die Rentnerpaare. Wir haben auch in den letzten Jahren nur Pech mit den Steuerberatern. Sie wollen viel Geld für wenig Aufwand (Buchführung liefern wir) und stellen sich dann noch an, wenn man sich erdreistet, dass Sie vielleicht Belege überprüfen können. Wir haben auch langsam den Glauben an die Steuerberaterzunft verloren. Wollen Sie nur noch kassieren und nichts dafür tun?

4

p. weber

23.02.2010 um 16:35:00 Uhr

Schlechte Steuerberater können wirklich lästig sein. Leider höre ich immer öfter von schlechten Steuerberatern...

3

Lucy

10.02.2010 um 19:15:00 Uhr

Bildzeitungsniveau! Der plakative Tipp "Auf einen Steuerberater verzichten", weil EIN Vertreter dieses Berufstandes seinen Mandanten das GEFÜHL vermittelt hat, schlecht beraten zu sein (und dies dann offenbar auch nicht im steuerlichen Bereich, sondern bei der Geldanlage, halte ich für unterste Schublade. Ich hätte hier etwas mehr Niveau erwartet. Das schlechte Beratungsleistungen einen auf die Palme bringen können, dem ist sicher zuzustimmen. Ein Ratschlag wie der o.g. kann einen aber auch auf selbige bringen. Stattdessen mit den Tipps von Formblitz.de seine Steuererklärung selbst zu machen, hätte diesen Rentner auch nicht geholfen, denn wer 2,5 Mio. Euro anlegt, ohne sein Hirn einzuschalten, dem ist nicht zu helfen. Ob die offerierte Software "professionell" ist, sei ohnehin dahingestellt.

2

Ursula Bastian

10.02.2010 um 18:32:00 Uhr

Super-Idee. Ich hatte auch Rache-Phantasien, als mein Ex-Steuer-"Berater" mich um alles brachte!

1

Michael Thiele

10.02.2010 um 14:43:00 Uhr

Seit wann verkaufen Steuerberater Finanzdienstleistungsprodukte?

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