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Businessplan: Prinz Peinlich for Governor

von Anika Kröller

Seine Kleidung wirkt pornoesk, sein Geltungsbedürfnis ist widerlich und von Politik scheint er keinen Schimmer zu haben. Was liegt da also näher, als dass Prinz Frédéric von Anhalt jetzt für das Amt des Gouverneurs von Kalifornien kandidiert.

Macht für Geld alles: Robert Lichtenberg alias Frédéric von Anhalt

Obwohl er sich von der verarmten Marie Auguste Prinzessin von Anhalt via Adoption einen Adelstitel erkaufte, hat er dennoch so viel blaues Blut wie ein Bismarckhering. Fortan brachte der Pseudo-Adelige (bürgerlicher Name Robert Lichtenberg) die westliche Welt Schlagzeile für Schlagzeile zum Fremdschämen. Erst behauptete er zu Unrecht, er sei der Vater von Anna Nicole Smiths Tochter, dann fand man ihn nackt in seinem Auto, in dem er Opfer einer Attacke von verrückt gewordenen weiblichen Fans geworden sein will. Nebenbei machte er sich daran, so viele Adelstitel wie möglich an den Mann zu bringen: Einen Fitness-Studio-Betreiber, einen Bordellbesitzer, einen Arzt und einen Betreiber von Striptease-Clubs beförderte er bereits in den Adelsstand - gegen eine gehörige Summe, versteht sich. In einer Reality-Show verlautbarte er stolz: "Für Geld mache ich alles." Leider stehen auch seine politischen Forderungen seinen Auftritten an Peinlichkeit in nichts nach: Kiffen und Prostitution legalisieren sowie das Einfuhrverbot auf kubanische Zigarren aufheben ? schon wird das gute Leben nach Kalifornien zurückkehren! Das ist nach Ansicht von "Prinz Peinlich" ein Wahlprogramm.

Seine politischen Gegenspieler liefern sich hingegen einen Businessplan-Wettbewerb für den krisengebeutelten Bundesstaat Kalifornien: Sowohl die einstige Internet-Göttin Meg Whitman als auch Ihr Konkurrent Steve Poizner setzen auf wirtschaftliche Expertise. Vielleicht sollten sie sich zusammentun und dem peinlichen Prinzen ein paar Millionen bieten, damit er seine Kandidatur zurückzieht. Auch wenn die beiden mit ihrem überzogenen Business-Gehabe selbst nicht so ganz überzeugen, ein Mindestmaß an Intelligenz wäre für den Bundesstaat, der ja bereits einschlägige Erfahrungen mit der politischen Expertise von Schauspielern und anderen Schaumschlägern hat, ein Anfang.

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