Behandeln bis der Notarzt kommt | |
|---|---|
| von Karl-Hermann Leukert |
| Eine alte Regel unter Ärzten und Pharma-Lobbyisten lautet: Niemand ist gesund, er wurde nur nicht ausreichend genug untersucht. Behandeln bis der Notarzt kommt! Der Gesundheitsfonds mit seinem preistreibenden Abrechnungssystem hilft dabei. Codierungsfehler in der Software, die beispielsweise aus einem Glaukom eine HIV-Infektion machen, fehlende Plausibilitätsprüfungen, um Manipulationen zu verhindern und vor allem ein Selbstbedienungsmechanismus, der aus Böcken lauter Gärtner macht. Anstatt nach der kostengünstigsten Form der Behandlung zu suchen, fahnden alle Beteiligten nach dem höchsten Abrechnungssatz und nach den teuersten Medikamenten. Leidtragender ist der Patient, der das Defizit über Zusatzbeiträge ausgleichen muss. Kein Staat dieser Welt leistet sich ein derart unsinniges Gesundheitssystem. |
Dem Patienten bleibt nichts anderes, als die Zähne zusammenzubeißen und vielleicht mal über exotische Kampfformen nachzudenken. Wie wäre es, wenn nicht die Ärzte den Patienten bestreiken, sondern umgekehrt, wenn man mal ein Quartal auslässt, ohne im Wartezimmer zu hocken, oder ein Rezept in den Mülleimer wirft, das keinen medizinischen Sinn ergibt. Natürlich Unsinn, denn jeder Kranke klammert sich an die Hoffnung auf medizinische Hilfe wie an einen Strohhalm. Doch ein wenig mehr Selbstbewusstsein der Patienten wäre wünschenswert, schließlich ist es der eigene Körper und der eigene Geldbeutel. Den Anfang kann man mit einer Patientenverfügung machen. Erhältlich bei FORMBLITZ. |
![]()
1
Roland Prosek
26.01.2010 um 13:03:00 Uhr
"... oder ein Rezept in den Mülleimer wirft, das keinen medizinischen Sinn ergibt." Was erreichen wir denn durch solche Aussagen? Fühlen Sie sich qualifiziert die Notwendigkeit eines Medikamentes einzuschätzen. Auch wenn es sein mag, dass es überall schwarze Schafe geben mag, selbst unter Medizinern, dann ist diese Aufforderung zur Gegendiagnose durch den Laien (Patienten) in meinen Augen bereits Anstiftung zur Körperverletzung. Seien Sie mit solchen Äußerungen lieber Vorsichtig, es ist durchaus so, dass nicht nur der Gesetzgeber sondern auch der gesunde Menschenverstand gebietet, die Finger von der Selbstdiagnose zu lassen und die Behandlung von Krankheiten denen zu überlassen welche dafür ein Studium der Medizin absolviert haben. Das gebietet mir mein nichtmedizinisch vorbelasteter gesunde Menschenverstand. Ich begrüsse jedoch die Aufforderung mal ein Quartal zu Hause zu bleiben, das würde den Ärzten die Plage, den Krankenkassen die Kosten und wirklich Kranken die Wartezeiten ersparen welche unweigerlich durch jene Hypochonder entstehen die wöchentlich zum Arzt gehen müssen und erst dann glücklich werden wenn sie wirklich was haben. Zum Arzt gehen wird man eh spätestens dann, wenn man wirklich merkt, dass man krank ist.