Arschloch gehört zur deutschen Leitkultur | |
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| von Karl-Hermann Leukert |
| Es war der Schlusspunkt einer turbulenten Woche, der Höhepunkt der Sarrazin-Festspiele, als die öffentliche Erregungskurve nicht mehr steigerungsfähig war, da traf Thilo Sarrazin auf Michel Friedman - Berufsprovokateur auf Berufsinquisitor - und am Ende soll es gefallen sein, das ominöse A-Wort, wenn man Friedman glauben darf: "Herr Friedman, heute waren sie ein Arschloch", soll Sarrazin gesagt haben. Vielleicht war es das, was die Bundesbanker am Ende zu ihrer Entscheidung brachte: das Wort der Deutschen, das wie kein anderes als analfixierter Ausdruck einer zwiespältigen Respektsbezeugung gilt. | ||
Ein Berufskraftfahrer hatte auf diese Weise einen Firmenkunden betituliert, als dieser ihm wegen baulicher Maßnahmen die Anlieferung untersagte. Im Wortlaut: "Ich liefere hier seit Jahren, und jetzt aus dem Weg, du Arsch." Das Wortlaut "Arschloch" sei insgesamt fünfmal gefallen. Daraufhin erhielt der Fahrer Hausverbot auf dem Kundengelände und von seinem Arbeitgeber die Kündigung. Falsch, sagten die Richter des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein. Es müsse geprüft werden, ob der Gekündigte überhaupt "Stellung und Funktion der Person" gekannt habe und ob es sich um ein "erstmaliges Versagen" gehandelt habe. Eine Entlassung sei weder fristlos noch fristgerecht zulässig. Der Speditionsunternehmer muss 10.000 Euro Lohn nachzahlen. Was lernen wir daraus: Das Wort "Arschloch" ist gesellschaftsfähig geworden oder, um mit Sarrazin zu sprechen, es gehört zur deutschen Leitkultur. Wir empfehlen unseren Knigge für den Alltag und ansonsten: Arbeitsverträge von FORMBLITZ, bei denen Sie bestimmte Umgangsformen zum Vertragsbestandteil machen können. | ||
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Also ich neige auch nicht dazu dem Herrn Sarrazin in diesem Punkt zu widersprechen. Man kann aber vielen Leuten insoweit behilflich sein, als dass man ihnen für die heutige, doch recht schwierige Zeit, eine <a href="http://qpress.de/2010/09/10/banale-sehhilfe-fur-politiker/"><strong>anale Sehhilfe</strong></a> zur Verfügung stellt.
AntwortenHerr Sarrazin gehört vor Gericht wegen seiner antidemokratischen Aussagen. Friedmann ist einer der wertvollsten Journalisten, die es in dieser Demokratie gibt. Die Mehrheit der Journalisten ist ansonsten gekauft. 80 % der Einnahmen von publizistischen Unternehmen stammen aus Werbeeinnahmen und nur 20% aus dem verkauf des mediums.
AntwortenLieber Herr Leukert, zu Friedmann fällt mir auch keine besser passende Bezeichnung ein. Ein selbstgefälliger Typ; er meint, dass er die Weisheit mit Löffeln gefressen hat. Wenn er in Talkshows dabei ist, schalte ich prinzipiell ab. Die Bezeichnung Kotzbrocken ist zu wenig. Eben ein Arschloch wie Sarrazin es bereits sagte. Mit freundlichem Gruß Beckert
Antwortenin diesem fall kann ich herrn sarrazin nur beipflichten - zufällig habe ich die sendung gesehen und auch ich habe herrn friedmann via bildschirm einige male als arschloch betitelt - dieser mann ist einfach nur eine negative herausforderung
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Scobel
01.10.2010 um 22:23:00 Uhr
Herr Friedmann hat Argumente. Herr Sarazin ist Populist. Ich nehme an, daß Sarazin von der CDU gekauft wurde, um den rechten Wahlkampf zu befördern. Aber um so etwas aufzuklären, braucht eine Demokratie unabhängige, investigativ arbeitende Journalisten. Aber wer sollte das sein? Bitte melden!!
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