Zwei Jahre hat die Entlassene für ein korrektes Arbeitszeugnis
gekämpft. Eine Beurteilung nach der anderen gab sie zurück, weil sie
nicht wohlwollend genug formuliert war, obwohl sich der Gesetzgeber
negative Aussagen im Arbeitszeugnis verbittet. Jetzt hält sie endlich
ein Arbeitszeugnis in den Händen, mit dem sie sich im nächsten
Supermarkt bewerben kann. Man fragt sich jedoch, warum der Discounter
sich die schlechte Presse nicht gespart hat. So wichtig ist ein
Zeugnis für eine Kassiererin schließlich auch nicht.
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Formblitz Redaktion
30.12.2009 um 12:22:00 Uhr
Lieber Herr Oelfke, hierbei handelt es sich wohl um ein Missverständnis. Der letzte Satz bezieht sich lediglich darauf, dass es von einem großen Unternehmen wie Kaiser´s außerordentlich ungeschickt ist, wegen eines Arbeitszeugnisses negative Schlagzeilen zu riskieren. Anstatt sich hier um einzelne Formulierungen zu streiten, hätte das Unternehmen - gerade bei dieser Vorgeschichte - lieber Kulanz zeigen sollen. Selbstverständlich stimmen wir mit Ihnen darüber ein, dass Arbeitszeugnisse für den scheidenden Mitarbeiter sehr wichtig sind, weil sie seinen weiteren Karriereweg maßgeblich mitbeeinflussen. Dennoch ist es unrealistisch zu denken, dass ein einzelnes Arbeitszeugnis aus Sicht eines Unternehmens mit Tausenden von Mitarbeitern besonders wichtig wäre. Dass Kaiser´s deswegen seinen eigenen Ruf beschädigt, erscheint daher außerordentlich seltsam. Im Übrigen hätte sich Kaiser´s den Streit gespart, wenn sich die Personalverantwortlichen von Vornherein an die gesetzlichen Anforderungen gehalten hätten. Mit einem rechtssicheren Muster-Arbeitszeugnis wäre ein Rechtsstreit gar nicht erst entstanden.
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