Pisa für Pauker |
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| Ein Schüler trifft seinen Lehrer auf dem Weihnachtsmarkt in Bad Oldesloe, wo dieser an einem Stand Kleinmöbel verkauft. Nicht weiter ungewöhnlich - auch Lehrer haben Freizeit. Doch es war früher Mittag und der Lehrer war offiziell krank geschrieben. Ein klarer Fall von Schwänzen, nur dass es sich diesmal nicht um den Schüler handelte (der hatte eine Freistunde), sondern um den Lehrer. Was damals zu einer Elternbeschwerde führte, die letztendlich (erfolglos!) beim Oldesloer Schulrat landete, wäre heute ein Eintrag bei spickmich wert, ein Internet-Portal, bei dem Schüler den Spieß umdrehen und Ihre Lehrer benoten und nicht umgekehrt. | |||
Eine Gymnasiallehrerin mit der eher mäßigen Gesamtnote von 4,3 ging sogar noch weiter. Sie klagte mit Unterstützung einer Gewerkschaft gegen den Lehrer-TÜV. Doch nachdem sie schon vor dem Landgericht Köln Schiffbruch erlitten hatte, wurde ihre Klage jetzt auch vor dem Oberlandesgericht (OLG) abgeschmettert. Sie muss sich mit dem Zeugnis-Pranger abfinden, solange damit keine falsche Tatsachenbehauptung oder Schmähkritik verbunden sei. Die Lehrerbenotung sei vom Grundrecht auf Meinungsäußerung gedeckt. Das Persönlichkeitsrecht sei nicht verletzt, so die Richter. Damit wurde klar, dass in Zeiten von Pisa auch Schüler das Recht auf Evaluierung des Lehrkörpers haben. Geradezu weltfremd mutet die Haltung vieler Pädagogen an, die Qualität des Unterrichts ausschließlich den eigenen Bewertungsmaßstäben zu unterwerfen. Ein Elfenbeinturm, der an den Universitäten längst abgeschliffen ist. Vielmehr sollte man über das fleissige Feedback der oft als inaktiv beschriebenen Schüler eher dankbar sein. Führt es doch letztendlich auch zu mehr Teilnahme am Unterricht - und sei es auch nur, um unter der Bank den Zeugnis-Generator von spickmich zu betätigen. Die Lehrerin selbst konnte mittlerweile ihren Notendurchschnitt auf 2,7 verbessern, wobei ihr vor allem in den Kategorien "Unterrichtsqualität", "fachliche Kompetenz" und "Vorbereitung" gute Noten ausgestellt wurden. | |||
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